La Plaine Morte, un géant de glace à 3'000 m d'altitude

Obwohl ihr Name an eine leblose Landschaft denken lässt, bietet die Plaine Morte eines der atemberaubendsten Panoramen der Alpen. Auf fast 3'000 m ü. M. erstreckt sich dieses weitläufige Plateau von über 7 km² wie ein erstaunliches, fast ebenes Eismeer, das zwischen dem Wallis und dem Kanton Bern schwebt. An einigen Stellen ist es bis zu 200 Meter dick und sein Schmelzwasser speist das Tal der Lenk im Berner Oberland sowie die Rhone im Wallis.

Als ganzjähriger Spielplatz, wissenschaftliche Beobachtungsstation und Zeuge der aktuellen Klimaveränderungen bietet die Plaine Morte ein aussergewöhnliches Alpenerlebnis.


Das Hochgebirge zum Greifen nah

Trotz ihrer Höhe von fast 3'000 Metern ist die Plaine Morte für jedermann erreichbar. Von Crans-Montana aus führen die Seilbahn „Les Violettes“ und anschliessend das Funitel in etwa 30 Minuten auf den Gletscher, den höchsten Punkt des Skigebiets. Im Sommer können sportliche Gäste auch zu Fuss hinaufwandern.

Auf dem Gipfel bietet das Restaurant La Plaine Morte, das höchstgelegene des Skigebiets, Fondues und andere Walliser Spezialitäten in einer aussergewöhnlichen Umgebung mit einem 360°-Panoramablick auf die Alpen, vom Mont-Blanc bis zum Simplon. Es bietet Platz für bis zu 100 Personen im Speisesaal und ebenso viele auf der Terrasse und ist sowohl für Skifahrer als auch für Fussgänger zugänglich.






Der Winter in seiner ganzen Pracht

Im Winter erweist sich die Plaine Morte als aussergewöhnliches Skigebiet. Die Skifahrer starten von der Gletscherkuppe zu einer 8 km langen Abfahrt auf der legendären Kandahar-Piste. Hier fand 1911 der „Roberts of Kandahar Challenge Cup“ statt, der als das erste Skirennen in der Geschichte des Wintersports gilt.

Auf dem Gletscher gibt es zudem eine der einzigartigsten Langlaufloipen der Schweiz. Die mit Hilfe des GPS der Pistenraupen angelegte Strecke hat seit einigen Jahren die Form eines Schmetterlings, der von der Bergstation des Funitels aus zu sehen ist und dessen Flügel den Rundkursen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden entsprechen. Ein beliebtes Trainingsgelände für Spitzensportler, darunter der Walliser Olympia-Langläufer Candide Pralong, der sie als seine Lieblingsloipe unter allen Gletschern bezeichnet, auf denen er im Laufe seiner Karriere trainiert hat.

Unter den zahlreichen Winterabenteuern, die auf Bergfreunde warten, profitieren Snowkiter von den Höhenwinden, während Schneeschuhwanderungen ein stilleres Eintauchen in die Landschaft ermöglichen. Auch eine Hundeschlittenfahrt wird angeboten, bei der ein Musher durch die märchenhafte Kulisse des Gletschers führt. Und für alle, die einen Moment ausserhalb der Zeit erleben möchten, bieten Ausflüge bei Sonnenaufgang die Möglichkeit, die Morgendämmerung vor den Gipfeln der Alpen zu begrüssen, bevor es zum Restaurant für ein Gourmet-Frühstück geht.








Sommer soweit das Auge reicht

Im Sommer zeigt sich die Plaine Morte von einer ganz anderen Seite. Nachdem der winterliche Schnee geschmolzen ist, gibt der Gletscher den Blick auf eine mondähnliche Landschaft frei. Mehrere markierte Strecken laden zur Erkundung ein, darunter der Sentier de Huiton, der zu einem smaragdgrün schimmernden Bergsee hinabführt, bevor er zur Violettes-Berghütte gelangt, oder die Route zur Wildstrubel-Berghütte, die den Gletscher durchquert und einen Panoramablick auf die Walliser und Berner Alpen bietet.

Für erfahrene Mountainbiker bietet die neue, spektakuläre Strecke der Plaine Morte Bike eine Vielfalt an Geländearten und alpinen Landschaften mit einem Höhenunterschied von fast 3'000 Metern bis hinunter nach Siders. Die Strecke ist erfahrenen Fahrern vorbehalten und war übrigens Teil einer Etappe der Enduro World Series.

Der mit Steinmännchen markierte «Sentier de l'Autre Temps / Weg aus einer anderen Zeit» lädt zu einer ganz anderen Form des Innehaltens ein. Auf dem Weg am Gletscherrand konfrontiert er den Wanderer mit dem Zeitmassstab der Geologie und der Realität eines mehrere Zehntausend Jahre alten Eises. Eine stille Erinnerung daran, dass die Plaine Morte auch ein Gebiet im Umbruch ist.








Ein Gebiet im Wandel

Eine lokale Legende erzählt, dass die Plaine Morte einst eine so fruchtbare Alp war, dass die Kühe dort dreimal täglich gemolken wurden. Geografen wissen, dass dies unmöglich ist, da dieser Ort seit mindestens hunderttausend Jahren von Eis bedeckt ist. Doch was dem Mythos angehört, könnte durchaus Wirklichkeit werden: Der Gletscher schmilzt.

Seit 1960 hat er fast ein Drittel seiner Fläche verloren und ist von 11 auf etwas mehr als 7 km² geschrumpft. Im 2025 nahm seine Dicke innerhalb eines einzigen Jahres um durchschnittlich zwei Meter ab, während die Schweizer Gletscher innerhalb von zehn Jahren ein Viertel ihres Volumens verloren haben. Wenn das Abschmelzen in diesem Tempo weitergeht, schätzen Wissenschaftler, dass der Gletscher mehreren Bergseen weichen könnte. Als stiller Zeuge der Klimaerwärmung verkörpert die Plaine Morte somit die tiefgreifenden Veränderungen, die die Alpen neu gestalten.


Ein Gletscher, zwei Kantone

Die Plaine Morte ist ein Berner Gletscher, der vom Wallis aus zugänglich ist. Diese geografische Besonderheit hat die beiden Regionen auf natürliche Weise einander nähergebracht: Die Wasserscheide bildet die Grenze zwischen den beiden Kantonen und gemeinsame Herausforderungen – allen voran die Bewirtschaftung des Lac des Faverges, dessen Schmelzwasser jedes Jahr die Simme in Richtung Lenk speist – haben die beiden Regionen dazu veranlasst, ihre Massnahmen aufeinander abzustimmen.


Ein Labor zwischen Himmel und Eis

Die Plaine Morte ist nicht nur ein Spielplatz oder eine Landschaft zum Betrachten: Sie ist auch ein aussergewöhnliches Naturlabor. Seit 2014 thront ein Wetterradar von MeteoSchweiz auf dem Gipfel der Pointe de la Plaine Morte auf fast 3’000 Metern Höhe. Hoch über den Wolken liegend schliesst er eine lange klaffende Lücke in der Beobachtung alpiner Wetterphänomene und liefert Echtzeitdaten für Unwetterwarnungen in der gesamten Region.

An der Oberfläche messen Wissenschaftler Jahr für Jahr die Massenbilanz des Gletschers und dokumentieren so genau dessen Wandel. Doch die überraschendsten Entdeckungen finden in der Tiefe statt. An einigen Tagen im Jahr, im Herbst, wenn das Schmelzwasser vorübergehend nicht mehr in die Gletschermühlen fliesst, begeben sich Bergführer, Höhlenforscher und Glaziologen dorthin, um eine unterirdische Welt zu erkunden, die sich in ständiger Wandlung befindet.






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