Wanderleiterin – mehr als nur ein Beruf

29 Juli 2021

Wandern ist die Sommeraktivität schlechthin in Crans-Montana. Egal, was der Grund für die Reise ist, alle Gäste nehmen sich die Zeit, ihre Wanderschuhe zu schnüren und die herrlichen Naturlandschaften zu entdecken, welche die Destination umgeben. Wir haben Pascale Haegler getroffen. Sie ist die Wanderleiterin des Weilers von Colombire und wir haben mit ihr über ihre Leidenschaft fürs Wandern gesprochen.


Eine leidenschaftliche Wanderin

Um sie nicht mitten in einer Wanderung zu stören, trafen wir die Wanderleiterin Pascale Haegler an einem regnerischen Tag. Diese überaus aktive, naturverbundene Frau empfängt uns beim Pflücken von Alpenkräutern. „Es gibt kein wirklich schlechtes Wetter. In den Bergen gibt es immer etwas zu tun“, erklärt die ehemalige Journalistin, die ihren Kugelschreiber gegen die Natur eingetauscht hat, um sie zu ihrem Arbeitsort zu machen.

Die Walliserin, ursprünglich aus Riddes, lebt im Val d’Anniviers und ist eine leidenschaftliche Wanderin. Ihre Philosophie ist es, den Wanderern aus der ganzen Welt zu helfen, die natürlichen, kulturellen und gastronomischen Reichtümer unserer Berge zu entdecken. Und die Region von Crans-Montana eignet sich perfekt dazu. „Wenn ich mit Leuten wandern gehe, die zum ersten Mal hierher kommen, ist ihre Reaktion auf das Panorama von Crans-Montana immer dieselbe: Wow! Sie sind überwältigt von diesem herrlichen Blick auf diese majestätische Bergkette der Alpen. Es erinnert uns daran, wie glücklich wir uns schätzen können, inmitten dieser herrlichen Landschaft leben zu dürfen“.


Facettenreiche Genusserlebnisse

Obwohl der spektakuläre Panoramablick zweifellos der gemeinsame Nenner aller Wanderungen in Crans-Montana ist, ist jede Wanderung anders und jeder kann die Vielfalt des Angebotes geniessen. „Ich mag die Ausflüge entlang der Suonen sehr. Diese Kulturdenkmäler, die von den Anstrengungen der Menschen zeugen, das „Wasser an den Berg zu hängen“, bieten grossartige Möglichkeiten für Wanderungen und sind für jedes Niveau geeignet. In der Region sind die öffentlichen Verkehrsmittel ebenfalls ein unbestreitbarer Pluspunkt, um einen Ausgangspunkt zu erreichen oder den Rückweg zu erleichtern, so dass jeder das Wandern in den Bergen geniessen kann“. So verfügt Crans-Montana über eine Standseilbahn und 3 Buslinien vom Rhonetal aus, ein Netz von kostenlosen Shuttlebussen zwischen dem Ort und 1‘850 m ü. M. und über die Bergbahnen, die das ganze Jahr hindurch in Betrieb sind.

Es gibt keinen typischen Tag im Beruf als Wanderleiterin. „Jeder Tag ist anders, je nach dem Thema der Wanderung und der Gruppe, die man betreut“. Ob es darum geht, mit Kindern zu lernen, wie man essbare Pflanzen pflückt und eine Hexensuppe daraus kocht, eine zauberhafte Nachtwanderung mit anschliessender Übernachtung unter dem Sternenhimmel mit einer Gruppe von Freunden oder eine einfache begleitete Wanderung mit einem ausländischen Paar: Es ist die Verbindung zwischen Mensch und Natur, die Pascale motiviert. „In jedem Fall sind der erste Kontakt und die Betreuung sehr wichtig, damit sich jeder von Anfang an wohlfühlt. Es ist wichtig, jeder Person zuzuhören, um sich anzupassen und mögliche Ermüdungserscheinungen, Verletzungen oder Dehydrierung während der Wanderung vorherzusehen“.

Auch die Vorbereitung ist ein wesentliches Element, um einen guten Tag in den Bergen zu verbringen. „Für jede Wanderung erstelle ich eine Ausrüstungsliste, die der Wanderung und dem Wetter angepasst ist. Das Wichtigste sind die Schuhe. Sie müssen ein gutes Profil haben. Es gilt auch daran zu denken, Wasser mitzunehmen, und es ist immer gut, einen kleinen Snack dabei zu haben – beispielsweise einen Riegel oder Trockenfrüchte“.


Die Tsittoret-Suone

Auf der Lieblingsstrecke von Pascale braucht man keinen grossen Rucksack, denn man kann nicht nur die Schönheit der Natur geniessen, sondern hat auch mehrere Möglichkeiten für kulinarische Pausen entlang des Weges. „Die Tsittoret-Suone bietet unzählige Möglichkeiten für Wanderungen und unendlich viele Geschichten über ihre Konstruktion, die typische Flora, die alpinen Traditionen mit den Eringerkühen, die Käseherstellung, die Wandertierhaltung etc. Es ist auch angenehm, dass es mehrere Bergrestaurants gibt, in denen man köstliche regionale Produkte geniessen kann. Ich liebe es, diesen Aspekt der Kultur und der Tradition in meine Wanderungen zu integrieren und die Kunden schätzen diese Entdeckungen“. Mit dem Weiler von Colombire und der Kellerei Du Scex verfügt die Tsittoret-Suone über zwei sehr einladende Orte, an denen man mehr über das Thema erfahren kann. Insbesondere das Ökomuseum vom Colombire lässt einem in das Leben unserer Vorfahren mit ihrer Lebensweise und ihren Traditionen eintauchen.

Neben den kulturellen und geschichtlichen Aspekten sind es auch die Naturlandschaften der Suone, die diese Strecke einzigartig machen. „Ich liebe die Tsittoret-Suone sehr. Ich finde, es ist eine Suone, die beruhigt, aber auch ihren ganz eigenen Charakter hat, weil sie nicht ganz flach ist. Von Les Barzettes aus beginnt man mit einem Anstieg, bei dem die Suone ziemlich tosend ist, dann kommt ein schöner Wasserfall und danach flacht die Suone ab bis zur Kellerei Du Scex, bevor sie in das wilde Tièche-Tal führt“.


Auf Entdeckungsreise gehen

Wenn man ihr zuhört, möchte man am liebsten die Wanderschuhe anziehen und sich auf ein Abenteuer begeben. Und warum nicht? Die Tsittoret-Wanderung ist vom Ortszentrum, von Les Barzettes oder sogar vom Colombire-Weiler für alle zugänglich. Und um das Beste daraus zu machen und von den fundierten Ratschlägen einer leidenschaftlichen Wanderleiterin zu profitieren, teilt Pascale ihre Liebe zu den Bergen und zur Natur mit den Gästen bei Wanderungen in der Gruppe oder auch einzeln.