Der kulinarische Eisberg von Crans-Montana

6 Juli 2021

Von der hohen Kunst der Gastronomie bis zum traditionellen Raclette: Die Ski Food Safari lässt Sie an einem Tag das gesamte kulinarische Spektrum von Crans-Montana entdecken.

Zwei preisgekrönte Küchenchefs haben sich in Crans-Montana niedergelassen, dem Ort mit den 5 Seen und den mehr als 2‘300 Sonnenstunden pro Jahr sowie den mehr als 30 Bergen, welche höher als 3‘000 m sind. Dank ihres enormen Talentes bringen Franck Reynaud und Pierre Crepaud die einheimischen Produkte perfekt zur Geltung. Sie repräsentieren die Spitze des kulinarischen Eisbergs von Crans-Montana. Nur dank des soliden Fundaments ist diese Spitze gut verankert, kann in der Sonne glänzen und ist gut sichtbar. Genauso interessant ist es, die anderen Teile des Eisbergs von Crans-Montana zu entdecken und die gute traditionelle einheimische Küche auszuprobieren. Es wird schnell klar, dass sich nicht alles nur ums Fondue oder ums Raclette dreht.




Entdecken Sie das vielfältige kulinarische Angebot der Ski Food Safari

Ein Spaziergang durch Crans-Montana zeigt bereits die Vielfalt eines Teils des kulinarischen Angebots der Region: Nebst den modernen und traditionellen Schweizer Restaurants findet man ein sehr gutes japanisches Restaurant sowie ein klassisches argentinisches Restaurant, das auf Steaks spezialisiert ist. Auch die Küche in den Berghütten und Restaurants entlang der Skipisten ist sehr interessant. „Wir bieten natürlich nicht nur Snacks im Skigebiet an“, erklärt Clémentine Lopez. Clémentine Lopez ist die Organisatorin der Ski Food Safari, die jedes Jahr am Ende der Saison auf den Pisten von Crans-Montana stattfindet. Das Konzept ist einfach: Zehn bis vierzehn Berghütten und Restaurants bieten Skifahrern und Winterwanderern die Möglichkeit, speziell kreierte Gerichte zu kosten, begleitet von einem Walliser Wein, der am besten zum Gericht passt. Das Angebot reicht von der Haute Cuisine bis zum Raclette, von traditionellem, jahrzehntelang gereiftem Alpkäse, der in einer Berghütte ohne Strom angeboten wird. Die Gäste haben die Möglichkeit, das kulinarische Angebot von Crans-Montana an einem Tag zu entdecken.

Als die Ski Food Safari 2012 zum ersten Mal stattfand, musste man noch Tickets kaufen, mit denen man nacheinander in sechs Restaurants einkehren konnte. „Wir haben dann das Konzept mit Franck Reynaud weiterentwickelt. Seiner Meinung nach mussten wir so viele Restaurants wie möglich für die Idee gewinnen, damit möglichst viele Menschen daran teilnehmen können“, erklärt Clémentine. Heute muss alles personalisiert und flexibel organisiert sein, das entspricht dem heutigen Zeitgeist. Die teilnehmenden Skifahrer und Wanderer können alle Berghütten und Restaurants nach Belieben aufsuchen. Selbst eine Anmeldung ist nicht mehr erforderlich. Man bezahlt an jedem Ort zehn Schweizer Franken - ein eher symbolischer Betrag.

14 Betriebe hätten in diesem Jahr teilgenommen, wenn es die Corona-Krise nicht gegeben hätte. In der Cabane des Violettes hätten uns Franck Reynaud und sein Partner Pierre-Olivier Bagnoud ein Wachholder-Alpen-Sandwich mit Forelle und knackigem Gemüse serviert, begleitet von einem Suma Blanc von Pierre Robyr. Und im Amadeus 2006 hätten wir ein Rindstartar mit Shiitakes und einer Thymianrösti geniessen können, in Begleitung eines Syrahs der Kellerei Le Tambourin. Im Zérodix hätte man Garnelen an Tomaten und Fenchel serviert, begleitet von einem Glas Johannisberg aus der Kellerei La Romaine von Joël Briguet. Nicht alles dreht sich ausschliesslich um Fondue oder Raclette, aber Käsegerichte sind ein wesentlicher Bestandteil der Schweizer Kochkunst. So hätten wir im Les Taules ein Raclette kosten können sowie ein Johannisberg der Kellerei Oasis. Den Kindern hätte man selbstgemachten Fruchtsaft serviert. Dazu kann man nur eins sagen: Wir können das nächste Jahr kaum erwarten!




Perfect matches

Fährt man die Serpentinenstrasse entlang, die nach Crans-Montana führt, fallen einem die gleichmässig bepflanzten und liebevoll gepflegten Rebberge auf, so weit das Auge reicht. Das Wallis ist mit über 5‘000 Hektaren die grösste Weinbauregion der Schweiz. Die Vereinigung der Weinkellereien des Hochplateaus, die "Association des Encaveurs du Haut-Plateau", besteht aus 18 Mitgliedern. Das ist sehr viel für eine kleine Region wie die rund um Crans-Montana. „Um jede Weinkellerei optimal zu präsentieren, bringen wir bei unseren kulinarischen Veranstaltungen immer einen Küchenchef und einen Winzer zusammen, die gut zusammen passen“, erläutert Clémentine. Die Personen, die an der Ski Food Safari teilnehmen, können die Gesichter hinter den sorgfältig zubereiteten Gerichten und die Vielfalt der Rot- und Weissweine entdecken und so eine persönliche Beziehung zum Essen und den Weinen aufbauen. Die eintägige Ski Food Safari endet am Nachmittag mit den DJ’s hinter den Plattentellern auf der grossen Terrasse des Cry d’Er auf 2‘200 m ü. M. Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer kulinarischer Veranstaltungen, an welchen das Duo Küchenchef/Winzer bei den „Gästetischen von Crans-Montana“ im Mittelpunkt steht. Was ist für Clémentine das Beste an der Ski Food Safari? „Das ist der Moment, an dem all die Arbeit getan ist und wir endlich selbst die leckeren Köstlichkeiten geniessen können!“.


6. Juli 2021
Best of the Alps
Text: Martha Miklin
Fotos: Sophie Kirchenr // friendship.is