12 April 2021
Stammen Sie aus der Region oder haben Sie sich erst später für diese Gegend entschieden?
Ich bin französischer Herkunft und kam vor 33 Jahren in die Schweiz. Ich habe eine erste Wintersaison in Evolène verbracht und habe das Wallis dann nie mehr verlassen. Ich zirkulierte im Wallis zwischen Evolène, Sitten und Verbier und bin nun seit 29 Jahren in Crans-Montana. Ich liebe besonders diese Landschaften, die Wanderungen, die immer herrschende Ferienatmosphäre und die multinationale Seite von Crans-Montana.
Welche sind Ihre Hauptinteressen? Haben Sie etwas mit Ihrem Beruf zu tun?
Schokolade nimmt den grössten Teil meiner Zeit in Anspruch. Ich betrachte es mehr als ein Hobby als eine Arbeit. Ausserdem geniesse ich enorm die Berge und das Golfspielen.
Sie arbeiten für David, L’instant chocolat. Was hat Sie in dieses Geschäft geführt? Was machen Sie dort? Was begeistert Sie in dieser Branche?
Es ist jetzt 15 Jahre her, dass ich das ehemalige Nougatunternehmen übernommen habe. Meine Frau und ich hatten zwar vor, in die Hotellerie einzusteigen. Aber wir hatten gerade unsere Tochter bekommen und entschieden uns für eine Arbeit, die es uns ermöglichte, unsere Zeit besser auf unser Familienleben abzustimmen. Nachdem wir ein Jahr lang mit Nougat gearbeitet haben, haben wir mit unserem Schokoladensortiment begonnen, welches mir mehr Kreativität als beim Nougat erlaubt, um schliesslich nur noch Schokolade herzustellen.
Wir wurden sehr gut aufgenommen und hatten in Crans-Montana viel Erfolg. Dann fehlte der Platz und wir haben schliesslich unser Labor nach Siders verlegt, während wir das Geschäft in Crans-Montana behalten haben.
Was ist das Besondere an Ihrem Geschäft und was unterscheidet es Ihrer Meinung nach von den anderen?
Wir arbeiten als Paar, mit 20 Mitarbeitern und an 4 verschiedenen Standorten. Nur sehr wenige Unternehmen in der Schweiz haben sich wie wir ausschliesslich auf Schokolade spezialisiert, denn viele von ihnen sind auch Bäcker und Konditoren. Deshalb versuchen wir immer, unserer Schokolade eine persönliche und kreative Note zu geben und wir sind immer auf der Suche nach Innovationen.
Welche Geschichte steckt hinter Ihren Produkten?
Choconougat, eines unserer Vorzeigeprodukte, wurde vor 30 Jahren vom ehemaligen Besitzer des Nougatgeschäftes kreiert. Pariser Touristen kamen in sein Geschäft und teilten ihm mit, dass einer von ihnen allergisch auf Mandeln reagiere. Also bot er ihnen an, Nougat ohne diese Zutat herzustellen. Als er sah, dass die fliessende Masse ohne Mandeln nicht fest werden konnte, entschied er sich, sie fein auszurollen und mit Schokolade zu umhüllen. Dank diesen Touristen von Crans-Montana entstand Choconougat, was zu einer echten Spezialität geworden ist und sich in einem grossen Teil von Europa einen Namen gemacht hat.
Was wollen Sie Ihren Kunden mit Ihrem Unternehmen und Ihren Produkten bieten?
Wir versuchen, unsere Kunden zu überraschen und Freude zu bereiten durch die Verschmelzung von originellen Geschmäckern und einer schönen Auswahl an Produkten von ausgezeichneter Qualität. Und auch bei unseren bestehenden Produkten verbessern wir uns ständig weiter.
Wie haben Sie diese besondere Zeit der Covid-Krise erlebt? Wie mussten Sie sich anpassen?
Beim ersten Lockdown am 14. März haben wir das nicht besonders gut erlebt. Wir waren kurz vor Ostern und mussten unsere Geschäfte schliessen, obwohl alles fertig war. Wir mussten sehr schnell reagieren: Wir schützten unsere Mitarbeiter und richteten einen Take-away ein. Diese Zeit hat uns erlaubt, uns selbst zu hinterfragen und bestimmte Dinge anzupassen. An Weihnachten zum Beispiel durften nicht mehr als 2 Personen den Laden betreten. Es gab eine Warteschlange, aber die Qualität des Services war besser. Am Ende war es eine Erfahrung, die uns dazu gebracht hat, uns neu zu erfinden und Dinge anders zu machen.
Was motiviert Sie, in Crans-Montana zu arbeiten? Was ist in Ihren Augen die Stärke dieser Region?
In Crans-Montana haben wir das Gefühl, immer in den Ferien zu sein. Es herrscht eine feierliche Atmosphäre. Auch die Geselligkeit mit anderen Geschäftsleuten und Handwerkern kommt nicht zu kurz. Unser erster Gedanke war immer, in Crans-Montana zu bleiben und wenn wir ein Stück Land gehabt hätten, um unser Labor zu bauen, wären wir immer noch dort.
Welcher ist Ihr Lieblingsort in Crans-Montana, Ihr Geheimtipp?
Das Loch Nr. 7 des Golfplatzes Severiano Ballesteros – dieser Ort ist unglaublich mit einer wunderschönen Aussicht.
Was ist Ihre schönste Erinnerung in Crans-Montana, die Sie geprägt hat?
Es war 2012 bei der letzten Abfahrt von Didier Cuche. Wir haben ihm auf dem Siegerpodest ein Paar Ski aus Schokolade geschenkt. Die Atmosphäre dort war aussergewöhnlich und vor den Augen der Welt brauchten wir fast 30 Minuten, um diese Skis vom Labor auf die Eisbahn zu transportieren! Im Jahr darauf nahm ich an der Weltmeisterschaft der Chocolatiers in Paris teil und wurde von Crans-Montana kräftig unterstützt.
Was hätten Sie gerne, das sich in Crans-Montana weiterentwickelt?
Crans-Montana ist eine sehr komplette Feriendestination mit Skifahren, Golf, Wandern und Biken! Aber wenn etwas fehlt, dann ist es ein Thermalbad, das es ermöglichen würde, mehr Gäste in der Zwischensaison anzulocken.
Für weitere Informationen über David, L'instant chocolat und zur Entdeckung der einzigartigen Produkte besuchen Sie die Internetseite www.davidchocolatier.ch
Projekt realisert mit der Unterstützung der Junior Chamber International von Crans-Montana
Fotos ©Maxime Fayet