24 September 2021
Die Geschichte
Nadia eröffnete ihre Beratungsfirma in Neuenburg, während ihr Mann Olivier, ein Fan von Schneesport und Nervenkitzel, Snowboardunterricht erteilte. Dann wurde ihre erste Tochter geboren, machte ihre ersten Schritte und hier in Crans-Montana erlernte sie das Skifahren. Vor der Geburt der Kinder war das Paar drei Jahre hintereinander in Bluche in den Ferien, „weil unsere Nichten und Neffen hier Ski gefahren sind“. Zwei Jungs machen die Familie komplett: Louis 3 Jahre später und Aurélien 6 Jahre danach.
Als begeisterte Ski- und Velofahrer suchte die Familie Coubès nach einem Ort, wo sie beide Aktivitäten einfach ausüben konnten und an dem das Element « Wasser », das für Emma und Nadia sehr wichtig ist, ebenfalls vorhanden ist. Auch Nendaz und Châtel waren zwei Destinationen, die die Familie ins Auge gefasst hatte, aber es waren die Sonne und die Seen in Crans-Montana, weshalb die Familie schlussendlich entschied, sich hier niederzulassen.
Sobald die Kinder gut Skifahren konnten, kaufte die Familie Coubès zunächst ein Chalet in Les Violettes. „Eine alte Scheune“, erzählt Nadia, in die sie sich gleich beim ersten Besuch verliebt hatten. Ideal, um dem Neuenburger Alltag zu entfliehen und den Kindern – und den Eltern – die Möglichkeit zu geben, ihre Leidenschaften uneingeschränkt ausleben zu können.
Kurz gesagt: Das Leben der Familie Coubès spielte sich bereits hier ab. Enge Freunde und ein Gefühl des Wohlbefindens begleiten sie von Anfang an ihrer vielen Aufenthalte in Crans-Montana. Keiner von ihnen konnte sich vorstellen, das Wochenende in Neuenburg zu verbringen, das heisst ja schon was!
Und dann wurden die Trainings der Jungs intensiver: mittwochs und am Wochenende. Es war also nicht mehr nur eine Fahrt pro Woche, sondern zwei. „Es wurde allmählich zu viel“, erklärt Nadia.
Tatsächlich entwickelten sich Aurélien und Louis zu sehr guten Freestyle-Skifahrern und verbringen immer mehr Zeit auf den Pisten und im Park, den die Bergbahnen den Actionsport-Fans bieten. „Was ich an Crans-Montana liebe, ist, dass es so viele Einrichtungen zum Skifahren, aber auch zum Trainieren und Biken gibt und dass immer was los ist sowie all die Events für Touristen wie auch für die Einheimischen“, erklärt uns Aurélien.

Es ist klar, dass Crans-Montana mit seinen drei Parks (Wake, Bike und Snow) die Freestyler aller Niveaus verwöhnt. Im Winter finden Freestyle-Amateure einen der besten Snowparks der Schweiz mit einer der 10 permanenten olympischen Halfpipes der Welt sowie zahlreiche Rails, Boxes, Jumps und vieles mehr. Ein Airbag und ein « Easy Snowpark »-Bereich ermöglichen es den Ski- und Snowboard-Anfängern, den Spass am Freestyle kennenzulernen. Für Aurélien und Louis ist es daher ein echter Segen, dass sie dauerhaft nach Crans-Montana gezogen sind.
„Es ist toll, hier zu leben, weil man fast das ganze Jahr über trainieren kann“, fügt Aurélien hinzu. Man kann es gut nachvollziehen, wie er seinen perfekten Tag beschreibt:
„Am Samstag frühstücken wir und gehen Skifahren (ich verbringe den Vormittag im Snowpark). Das Colorado Chalet liegt bei der Talstation der Violettes-Bergbahn. Oft mache ich mir Sandwiches, die ich dann auf der Piste esse!
Am Nachmittag mache ich meine Hausaufgaben und danach fahre ich mit meinem E-Bike zum Alaïa Chalet. Ausserdem gibt es nun eine umfassende Bike-Infrastruktur im Ort, von der wir voll und ganz profitieren können: Der Family Loop in La Moubra, der Miriouges-See, dann Richtung Lens und Alaïa Chalet.
Der Traum wäre es, bis zum Alaïa Bay hinunterzufahren, um somit den Tag perfekt zu beenden!“

Indem er seine Leidenschaft zu 200% auslebt, gibt sich Aurélien die Möglichkeit, sein Ziel zu erreichen („immer höher und höher zu gehen“) und seinen Traum zu verwirklichen: die Teilnahme an den AudiNines, einer der kreativsten und anspruchsvollsten Events im Bereich des Freestyles (welcher dieses Jahr in Crans-Montana stattgefunden hat).
Es ist klar, dass der Gedanke an einen Lebenswandel bereits vorhanden war, aber als Olivier erfährt, dass er an Multipler Sklerose leidet, geht alles schneller. Es folgten dann Überlegungen mit der Familie und die Entscheidung, ihr Leben zu 100% zu ändern.
Aber wie geht man mit einer solchen Veränderung um?
„Wir hatten das Chalet – ein ehemaliges Hotel/Restaurant – von unserem Fenster aus betrachtet und uns gesagt: Wie kann ein solches Gebäude nur leer stehen?“ Tatsächlich suchte die Familie nach einem Ort, an dem sie das ganze Jahr über leben konnte. Und als sie die Gelegenheit hatten, das Chalet zu besichtigen, lag die Idee eines Bed & Breakfast auf der Hand.
„Ich habe nie aufgegeben“, bestätigt Nadia. Als Draufgängerin und Idealistin hat sie das Projekt auf die Lebensideale jedes einzelnen Familienmitgliedes und die neuen Bedürfnisse im Zusammenhang mit der Krankheit von Olivier ausgerichtet. Und so entstand daraus das Colorado Riders Chalet.
Die Freiheit, die die Leitung eines B&B bietet, ermöglicht es Olivier, sich beruflich zu verwirklichen. Am Morgen ist er fit, bereitet das Frühstück vor und begleitet die Gäste. Nadia arbeitet weiterhin in Crans-Montana und Neuenburg, wohin sie einmal pro Woche, am Montag und Dienstag, hinfährt.
Auch die Bergluft und die gemässigten Temperaturen, welche mit dem Höhenklima zusammenhängen, tun Olivier gut. Er teilt uns zudem mit, dass er bald wieder im Moubra-See schwimmen geht, da ihm die kühle Wassertemperatur gut tut.
Hier kommt jeder von der Familie auf seine Rechnung: „Ob man nun Skifahren möchte, vom Unterhaltsprogramm und den Events profitieren oder sich zurückziehen und die Ruhe geniessen will – es hat für jeden von uns etwas dabei“.
„Sich für Crans-Montana entscheiden, bedeutet auch, sich für eine Destination zu entscheiden, welche sehr zentral gelegen ist („in 3 Stunden sind wir in Mailand!) und die ständig in Bewegung ist“, erklärt uns Olivier, das Oberhaupt dieser hyperaktiven Familie.
Das Paar betont auch die Lebensqualität: „Hier ist das Leben ruhiger, weniger stressig und diese Lebensart möchten wir mit unseren Gästen im Colorado Riders Chalet teilen“.
Aurélien, der jüngste der drei Kinder, geht in Montana zur Schule, Louis beendet seine Lehre in Neuenburg und Emma hat ihr neues Studium in Genf begonnen. Und in Crans-Montana kommen am Wochenende alle wieder zusammen.
Und auch Olivier bildet sich weiter, zunächst durch das Bestehen des Wirtepatents, dann durch den täglichen Betrieb des Chalets. Der nächste Schritt wäre dann eine Ausbildung in der Gastronomie und die Möglichkeit, ein komplettes « Wohlfühlpaket » zu entwickeln.
Viele Bewohner des Ortes erinnern sich an das Lokal und die Familie schätzt die uneingeschränkte Unterstützung der Gemeinde, die sich über die Wiedereröffnung dieses alten Lokals freut, dessen Seele von den neuen Betreibern bewahrt wurde: „Wir versuchen, das zu erhalten, was den Charme des Betriebes ausmachte, sei es ein Fotorahmen, ein Möbelstück oder ein Accessoire, das wir wiederverwerten“, erklärt Nadia.
Zoom auf das Colorado Riders Chalet
Die risikofreudige Familie Coubès hat das ehemalige Hotel-Restaurant, das seit mehreren Jahren geschlossen war, Anfang 2020 mitten in der Zeit der Covid-Pandemie gekauft. Als wahre Allrounder beschlossen Nadia und Olivier, das Haus zu renovieren und dabei seine Seele zu bewahren. So entstanden 8 Zimmer, die insgesamt 20 Personen beherbergen können.

Ohne WLAN in den Zimmer möchten Olivier und Nadia vor allem den Menschen in den Mittelpunkt des Projektes stellen und ihren Gästen die Möglichkeit geben, sich wieder mit sich selber und anderen in Kontakt zu treten.
Sie betonen auch das Gefühl der Freiheit, sei es in Bezug auf den Zeitplan oder die Mahlzeiten. Jeder kann frei über seine Zeit verfügen und sich „wie zu Hause fühlen“.
Deshalb bietet das Colorado Riders Chalet „Bed & Breakfast“ mit einem Frühstück an: „Wir möchten, dass die Gäste das Frühstück entweder direkt essen oder es mit auf eine Wanderung oder die Skipiste nehmen können. Wir wissen, wie es ist, wenn man mit der Familie verreist“.
Das Ehepaar bietet auch Halbpension an, in Zusammenarbeit mit lokalen Tourismusanbietern: Dem Casy und le Farinet. „Dies entspricht den Erwartungen der Rider-Teams, die den ganzen Tag trainieren und nicht unbedingt die Zeit oder Energie haben, mittags und/oder abends zu kochen“, führt Olivier aus.
Eine wunderbare Verwandlung dieses alten Hotels, das jeder kannte und das nun renoviert und wieder auf die Beine gestellt wurde.
Die secret Spots der Familie Coubès
Es ist unmöglich, nur einen herauszustreichen, zumal die Familie zu 100% hier lebt und die Gelegenheit nutzt, die Region in all ihren Ecken und Winkeln zu erkunden.
« Dort oben auf 3'000 m ü. M. fühlt man sich als Herrscher der Welt. Es ist ein Gefühl der Unendlichkeit, das Dich beim Anblick dieses 360°-Panoramas überwältigt“.

„Für Aperitifs aus der Kühlbox mit Freunden am Ende des Tages“.

„Wir haben dort sogar einen Heiratsantrag organisiert!“
„Es ist unwirklich, so schön und unberührt“.

„Im Mai sind fast alle Walliser Skigebiete geschlossen und die Athleten kommen hierher, um die Infrastruktur, die ihnen hier zur Verfügung steht, bis zuletzt zu nutzen (der Snowpark mit der Pipe und dem Airbag). Es ist ein tägliches Spektakel, sie springen zu sehen, mit dem majestätischen Schmetterling, der sich dahinter abzeichnet.
Übrigens: Wenn man Glück hat, sieht man dort auch einige begeisterte Kitesurfer. Unglaublich!“


„Manchmal kann man direkt vor dem Chalet Rehe, Dachse und Vögel sehen. Es ist ein Anblick, von dem man nie genug bekommen kann“.
Wie es Olivier ausdrückt: „In den Bergen ist es, als ob man die ganze Zeit in den Ferien wäre“.