«Gleichzeitig Mond- und Amazonas-Landschaft». So beschrieb Patrice Clivaz* Le Boup, als er mit dem Gertel in der Hand den Weg für den Chemin des Contrées frei machte. «Boup» bedeutet «Loch» oder «Abgrund» im Patois. Dieser eindrückliche, 140 Hektar grosse Rutschhang aus wasserdurchzogenem Schiefer und Gips ist eine Hinterlassenschaft des Gletscherschwunds und wurde über die Jahrhunderte ausgelaugt. Geologiefans können dort prachtvolle Felsen in den Farben Rosa bis Blau bewundern. Die steinige Landschaft verwandelt sich bei Vegetationsbeginn im Frühling in einen wahrhaftigen Regenwald. Auch die Fauna ist bewundernswert: Füchse und Rehe leben Seite an Seite mit scheueren Tieren wie Wildschweinen, die sich hier im Schlamm und in den Mooren suhlen.
Um den lange Zeit unzugänglichen Le Boup rankten sich viele Legenden. Die Bevölkerung sprach furchtvoll über den Ort, an dem der Teufel in Person zu leben schien. Dieser schlechte Ruf hat wohl etwas damit zu tun, dass er Mitte des 15. Jahrhunderts Schauplatz eines Hexenprozesses wurde. Ein gewisser P. Chedal wurde auf einem dreibeinigen Hocker nach Tovachir (südlicher Teil von Le Boup) gebracht und wollte hier mit einem Hexensabbat Erdrutsche und andere Naturschäden auslösen. Er wurde zum Tode verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Tovachir ist auch für den Fussballplatz des FC Loc-Corin bekannt, der in den 1970er-Jahren angelegt wurde. Schon bald verschob sich der Rasen so, dass man von einer Ecke aus die gegnerische Torlinie nicht mehr sehen konnte. Die tapferen Fussballer der beiden Dörfer mussten schliesslich das Spiel auf diesem bewegten Platz einstellen.
Sie entdecken im Westen den malerischen Weiler Diogne und erreichen im Osten die Noble Contrée über Les Echerts und seine entzückenden kleinen Brücken über die verschiedenen Bäche.
*Patrice Clivaz, ehemaliger Präsident des Walliser Grossen Rates, und Jacky Duc, Verantwortlicher der Crans-Montana Exploitation, sind die beiden Hauptinitiatoren des Chemin des Contrées.