Mitte des 17. Jahrhunderts lebten nur noch vier Personen in Diogne, da viele seiner Einwohner der Pest zum Opfer gefallen waren. Das Dorf war einst sehr bedeutungsvoll, wovon das kleine Schloss aus dem 16. Jahrhundert zeugte, das heute nicht mehr dort steht. Dieses Gebäude in der Nähe der Schmiede war der Wohnsitz von Barbe de Platea. Die noble Schlossherrin soll einst die «Barbe la Joyeuse», die grosse Glocke der Kirche von Lens, mit ihrem Tafelsilber bezahlt haben… Eine Erzählung besagt, dass die Glocke jedes Mal mit voller Kraft erklang, wenn die Dame ihren Landsitz in Diogne verliess und sich auf den Weg zur Messe in Lens machte.
Treten Sie ruhig für eine willkommene Pause der Besinnung in die Kapelle von Diogne ein. Die Ende des 17. Jahrhunderts neu aufgebaute Kirche ist dem heiligen Michael geweiht und verfügt über einen barocken Altar, dessen Aufsatz die Darbringung Jesu im Tempel darstellt.
Seine Randlage an der Grenze zwischen den beiden ehemaligen Gemeinden Montana und Chermignon hinderte die Entwicklung von Diogne. Die Einwohner mussten 1946 sogar die Zugangsstrasse zu ihrem Dorf selbst bauen. Die fehlenden Infrastrukturen verstärkten die Landflucht: 1980 lebten nur noch 20 Personen in Diogne.
Aber Diogne erhob sich mit Stolz wieder, als neue Einwohner auf der Suche nach Ruhe und Natur dem Ort neues Leben einhauchten. Das Dorf zählte 2020 rund 100 Einwohner, die dem Ort neuen Schwung verleihen wollen. So wurde die ehemalige Dorfschmiede in ein B&B verwandelt – ein authentischer Ort zum Krafttanken. Heute liegt Diogne in der Gemeinde Crans-Montana privilegiert zwischen der Noble Contrée und der Louable Contrée, auf deren Verbindungsweg Sie gerade schreiten.
Hier finden Sie verblüffende Landschaften! Im Osten die Grand Bisse von Lens mit einer atemberaubenden Aussicht auf das Rhonetal. Im Westen überqueren Sie weite Landwirtschaftsflächen und erreichen dann den eindrücklichsten Teil Ihrer Wanderung: Le Boup und seine farbige Felsen.