Saint-Maurice de Laques

Auf den Wegen der Transhumanz

Unsere Vorfahren lebten einst autark. Die Jahreszeiten bestimmten ihren Kalender. Noch bis in die 1950er-Jahre praktizierten sie die Transhumanz zwischen Tal und Berg. Von den Rebdörfern am Hang in die Maiensässe und weiter hinauf bis zu den Alpweiden nutzten sie diese Wege, um sich um das Land und das Vieh zu kümmern. Sie waren sich das Wandern also gewohnt. Um zum nächs-ten Standort zu gelangen, benutzten sie steile und kurvige Alpwege. Dieses System der Land- und Weidewirtschaft erklärt die vertikale Teilung der politischen Gemein-den der Noble Contrée und der Louable Contrée.

Standseilbahn

Der Steilhang auf der Höhe der Standseilbahnstation von St-Maurice de Laques diente der Transhu-manz zwischen Randogne und Loc. 1911 baute die SMC dort die Mittelstation, um auf halber Stre-cke die Wagen wechseln zu können. Der Chemin des Contrées eröffnet auf halber Höhe des Hanges erstmals einen Weg zwischen der Noble Contrée und der Louable Contrée. Das unwirtliche Gebiet des Abgrunds Le Boup sowie die Wälder von Les Echerts und Les Chertines waren bis 2019 unzugänglich. Auf einer Höhe von rund 1000 m überqueren zwei Brücken die Standseilbahn SMC. Über die obere Brücke führt der uralte Chemin des Morts, der Mollens über den Weiler Nayes mit Montana-Village verbindet. Sein Name geht darauf zurück, dass der östliche Teil Montanas zur Pfarrgemeinde von St-Maurice de Laques gehörte und die Verstorbenen dorthin transportiert werden mussten.

Le Viou plyan dè Tani

Der Chemin des Contrées führt Sie in unberührte Naturlandschaften. Der ehrwürdige Pater Tharsice Crettol, Gründer der Folkloregruppe Lè Mayinston, pries die Schönheit dieser Region mit folgenden Worten im Patois:

«Ou vyoou plyan dè Tani. Yavit dè flyoour tan bèllè» «Auf dem alten Tani-Plateau fanden sich so schöne Blumen».

Und sie sind auch heute noch dort zu finden, die so treffend besungenen Blumen.

Bitte folgen Sie nun weiter der Route!

In Richtung des Waldes von Les Echerts überqueren Sie im Westen mehrere Bäche. Im Osten errei-chen Sie die Dörfer Mollens und Randogne.