Die Geschichte von Crans-Montana beginnt 1893, als Louis Antille und Michel Zufferey, begeistert vom Hochplateau, dort das erste Hotel eröffnen. Das Panorama, die reine Luft und die aussergewöhnliche Sonneneinstrahlung ziehen schnell Besucher und Kurgäste an, was zur Entstehung der ersten Sanatorien und zum Bau eines Golfplatzes führt. Bald darauf hielt ein neuer Akteur Einzug in diese alpine Landschaft: das Skifahren, das die Identität des Ferienorts nachhaltig prägen sollte.
1911 schrieb Crans-Montana erstmals Skigeschichte. In diesem Jahr fand der Roberts of Kandahar Challenge Cup statt, der als das erste Abfahrtsrennen in der Geschichte des Wintersports gilt. Das vom Briten Sir Arnold Lunn, Pionier des modernen Skisports und Erfinder des Slaloms, organisierte Skirennen verband die Wildstrubelhütte mit Montana. Diese visionäre Herausforderung stellte einen entscheidenden Wendepunkt dar: Crans-Montana wurde zu einer der Wiegen des modernen Skisports.
Der Name Kandahar wurde später für andere prestigeträchtige Rennen übernommen, wodurch in den 1920er Jahren die Kandahar-Rennstrecke entstand. In Crans-Montana trägt eine der Hauptpisten des Skigebiets noch heute diesen Namen und hält so die Erinnerung an dieses erste historische Rennen wach.

In den folgenden Jahrzehnten erfreute sich das Skifahren auf dem Hochplateau rasch wachsender Beliebtheit. Nach der Einweihung der Standseilbahn im Jahr 1911 entstand 1936 der erste «Skilift» im Wallis, der den Weg für den Wintertourismus ebnete. Die Einweihung der Seilbahn Crans – Cry d'Er im Jahr 1950 war der Beginn des modernen Skisports.
Diese Modernisierung geht mit einem regelrechten wirtschaftlichen und touristischen Aufschwung einher: Hotels, Skischulen und Skirennen machen Crans-Montana nachhaltig zu einer Referenz im alpinen Skisport. Nach und nach dehnt sich das Skigebiet in Richtung Les Violettes, Aminona und der Plaine Morte aus und bildet die Konturen dessen, was einmal eines der grössten Skigebiete der Schweizer Alpen werden sollte. Von 1944 bis 1966 lockt die Trophée du Mont-Lachaux jedes Jahr die Elite des Skisports auf die Nationale-Piste und legt damit den Grundstein für eine Sporttradition, die den Ort bald zu einer bedeutenden Bühne des Skirennsports machen wird.


Die 1970er Jahre markieren den Beginn des goldenen Zeitalters des Skisports in Crans-Montana. Dank der wachsenden Beliebtheit des Skisports in der Schweiz und der Qualität seiner Infrastruktur ist der Ort Schauplatz einer zunehmenden Anzahl internationaler Wettkämpfe. 1977 stand er zum ersten Mal auf dem Kalender des FIS-Weltcups der Frauen und das war der Beginn einer langen Tradition als Austragungsort der Welt- und Europacup-Rennen: Seitdem fanden in Crans-Montana mehr als 70 grosse Wettkämpfe statt.
Dieser Aufschwung gipfelte 1987 in der Durchführung der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften. Vor einem grossen Publikum erzielte das Schweizer Team mit 14 Podestplätzen eine historische Leistung. Dieses Ereignis, das erste dieser Grössenordnung im Wallis, löste in der Schweiz eine beispiellose Begeisterung in der Bevölkerung und den Medien aus.

Crans-Montana blickt auf eine mehr als hundertjährige alpine Geschichte zurück und entwickelt sich dennoch ständig weiter. Das Skigebiet wurde modernisiert und diversifiziert, bleibt aber dem Geist verbunden, der zu seiner Berühmtheit geführt hat. Die Ankunft von Vail Resorts markiert heute eine neue Etappe in diesem langen Abenteuer.
Heute ist der Ort eine attraktive Destination in den Bergen, die spektakuläre Ausblicke, Aktivitäten zu jeder Jahreszeit und eine moderne Infrastruktur bietet. Die internationale Bekanntheit ist nach wie vor eng mit den Grossveranstaltungen verbunden, die hier stattfinden. Aber Crans-Montana hat sich auch als dynamischer Wirtschafts- und Kulturstandort etabliert, wo alpine Lebensart und zeitgenössische Energie aufeinandertreffen.
Mit der Vorbereitung der FIS Alpine Skiweltmeisterschaften Crans-Montana 2027, vierzig Jahre nach der historischen Ausgabe von 1987, knüpft Crans-Montana an seine glorreiche Vergangenheit an und blickt gleichzeitig entschlossen in die Zukunft.